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PADEMOS

PADEMOS — Multiperspektivische Visualisierung für partizipatives Agenda Setting

Innovative Methoden und Werkzeuge für die Bürgerbeteiligung an der wissenschaftlichen Themensetzung — Bürger:innen befähigen, Fragen an die Wissenschaft zu formulieren, und multiperspektivische Wissensvisualisierung ermöglichen.

Die wissenschaftliche Themensetzung fand traditionell ohne aktive Bürgerbeteiligung statt. Im Rahmen der Vorbereitungen für das Wissenschaftsjahr 2022 entwickelte und erprobte das PADEMOS-Projekt innovative Methoden und Werkzeuge für die Bürgerbeteiligung an der wissenschaftlichen Themensetzung, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Problem & Kontext

Das Projekt adressierte zwei zentrale Forschungsfragen:

  • Befähigung der Bürger:innen: Wie können Bürger:innen aus unterschiedlichen sozialen Lebenswirklichkeiten befähigt werden, ihre Fragen und Probleme so zu formulieren, dass Wissenschaftler:innen und Forschungsförder:innen diese als relevante Impulse für die Entwicklung von Forschungsthemen nutzen können?
  • Wissensvisualisierung: Wie kann eine Visualisierungsmethode entwickelt werden, die die Nutzung und Rückkopplung gesammelter Bürgerfragen unterstützt und es ermöglicht, Beiträge verschiedener Akteure mit unterschiedlichem Wissensstand, unterschiedlichen Interessen und Kontexten wechselseitig nutzbar zu machen und aufeinander zu beziehen?

Ansatz

Verschiedene digitale Formate und Methoden zur Generierung von Bürger-Inputs für die Wissenschaft wurden am Beispiel des Themas „Künstliche Intelligenz (KI) für Menschen“ entwickelt und erprobt:

  • Chatbot für Bürger-Input: Es wurde ein Chatbot entwickelt, der Bürger:innen bei der Erstellung und Beschreibung ihrer Beiträge anleitete und unterstützte. Er half ihnen zu beschreiben, warum ihr genanntes Problem oder ihre Idee relevant ist, welche gesellschaftlichen Gruppen betroffen sind und welche Folgen für Gesellschaft und Umwelt entstehen könnten, wenn das Problem oder die Idee von der Wissenschaft erforscht oder umgesetzt würde.
  • Partizipative digitale Workshops: Die entwickelten Formate wurden in partizipativen digitalen Bürger-Workshops mit Teilnehmenden aus verschiedenen Altersgruppen (von Schüler:innen bis Senior:innen) und Wissenschaftler:innen aus Bereichen wie maschinelles Lernen, Mensch-Computer-Interaktion und Philosophie erprobt.
  • Intelligente Textanalyse: Bürgerbeiträge wurden mithilfe intelligenter Textanalysemethoden nach thematischen Ähnlichkeiten gruppiert und als interaktive digitale Wissenslandkarte visualisiert.

Lösung: Interaktive Wissenslandkarte

Das Herzstück des Projekts ist eine interaktive digitale Wissenslandkarte, die Bürger- und Wissenschaftsperspektiven verbindet:

  • Für Wissenschaft & Politik: Die Wissenslandkarte ermöglicht es Wissenschaftler:innen und Forschungsförder:innen, neue Erkenntnisse aus den gesammelten Beiträgen zu gewinnen und direkt auf Bürgereingaben zu reagieren, indem sie Fragen beantworten oder auf bestehende Forschungsergebnisse verweisen.
  • Perspektiven verbinden: Wissenschaftler:innen können Verbindungen zu aktuellen Forschungsthemen herstellen, den aktuellen Stand der Forschung in Bezug auf Bürgerbeiträge veranschaulichen oder neue Forschungsthemen vorschlagen.
  • Offener Zugang: Die entstandene Wissenslandkarte verbindet Bürger- und Wissenschaftsperspektiven und bietet einen einfachen Zugang zu den Ergebnissen des partizipativen Prozesses für andere Bürger:innen, Wissenschaftler:innen, Journalist:innen und Forschungsförder:innen.

Ergebnisse & Wirkung

Die experimentelle Erprobung in partizipativen digitalen Bürger-Workshops zeigte, dass die entwickelten Formate wirksam dazu beitrugen, Bürger:innen bei der strukturierten und für Wissenschaftler:innen verständlichen Darstellung ihrer Fragen, Probleme und Zukunftsvisionen zu unterstützen.

Ergebnisse

  • Empfehlungen: Erkenntnisse aus dem PADEMOS-Projekt wurden zu Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung partizipativer Initiativen zur Stärkung der Bürgerbeteiligung an der wissenschaftlichen Themensetzung weiterentwickelt.
  • Offene Werkzeuge: Sowohl der Chatbot als auch Auszüge aus der Wissenslandkarte sind über die EIPCM-Website zugänglich, und das Institut bietet diese digitalen Innovationen und partizipativen Formate interessierten Organisationen und Institutionen an.
  • Brücken bauen: Das Projekt zeigte, wie digitale Beteiligungsformate Barrieren für Partizipation und Kommunikation zwischen Bürger:innen und der Wissenschaftsgemeinschaft überwinden können.

Rolle von EIPCM

EIPCM konzipierte und führte PaDeMoS als eigenständiges Forschungsprojekt durch. EIPCM entwickelte und erprobte innovative digitale Werkzeuge für die Bürgerbeteiligung an der wissenschaftlichen Themensetzung — darunter einen Chatbot zur Unterstützung bei der Formulierung von Beiträgen, intelligente Textanalysemethoden zur thematischen Gruppierung sowie eine interaktive Wissenslandkarte, die Bürgerperspektiven mit aktuellen Forschungsthemen verbindet.

EIPCM organisierte partizipative digitale Bürger-Workshops mit einer vielfältigen Teilnehmerschaft — von Studierenden bis zu Senior:innen — gemeinsam mit Wissenschaftler:innen aus maschinellem Lernen, Mensch-Computer-Interaktion und Philosophie. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden zu Empfehlungen für zukünftige partizipative Initiativen in der Forschungspolitik verdichtet.

Erkenntnisse

  • Angeleitete Partizipation funktioniert: Ein chatbotgestützter Ansatz half Bürger:innen aus unterschiedlichen Hintergründen, ihre Fragen und Anliegen strukturiert zu artikulieren, sodass Wissenschaftler:innen sich sinnvoll damit auseinandersetzen konnten.
  • Multiperspektivische Visualisierung: Die Kombination von Bürgerbeiträgen mit wissenschaftlichen Antworten in einer interaktiven Wissenslandkarte schuf eine transparente und zugängliche Dokumentation des partizipativen Prozesses.
  • Breite Inklusion: Die digitalen Formate banden erfolgreich Teilnehmende aller Altersgruppen ein, von Schüler:innen bis Senior:innen, und demonstrierten die Skalierbarkeit des Ansatzes.

Konsortium

EIPCM (Deutschland) führte PaDeMoS als eigenständiges Forschungsprojekt durch, gefördert vom BMBF.